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Wildnispark Zürich Langenberg, 23.12.2017

Wildnispark Zürich Langenberg, 23.12.2017

Zur Tierhaltung in Gefangenschaft habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Grundsätzlich gehören Tiere nicht eingesperrt. Das gilt für Wildtiere genauso wie für Haustiere (man denke zum Beispiel an Wohnungskatzen). Zoos und Wildparks haben meines Erachtens dennoch eine Daseinsberechtigung, sofern sie zur Erhaltung bedrohter Tierarten beitragen (beispielsweise Sicherstellung der genetischen Vielfalt, Zucht und Auswilderung) oder einen Bildungs- und Sensibilisierungsauftrag gegenüber der Bevölkerung erfüllen.

Was man nicht kennt, schützt man nicht. Worüber man nicht informiert ist, kümmert einen nicht. Werden die Besucher in Zoos und Wildparks für Tiere begeistert, auf die (meist menschgemachten) Probleme der Tiere in freier Wildnis aufmerksam gemacht und zum Schutz von Wildtieren sowie deren natürlichen Lebensräumen angeregt, leisten Zoos und Wildparks wertvolle und notwendige Arbeit. Den Tieren muss dabei aber eine möglichst artgerechte und würdige Haltung gewährleistet werden. Dazu zählen nicht nur diverse physische Erfordernisse, sondern auch die geistige Beschäftigung.

Der Wildnispark Zürich Langenberg ist ein Park, den ich sehr gerne besuche. Selten habe ich solch grosszügige und naturbelassene Anlagen gesehen. Die Tiere sind alle einheimisch oder wären einheimisch, wenn man ihnen den nötigten Lebensraum schaffen würde. Aufgrund des nicht strukturierten Tagesablaufs wissen die Tiere nie, wann und ob sie überhaupt Futter bekommen werden. Werden sie gefüttert, ist die Futterbeschaffung meistens mit einer Aufgabe verbunden. Dies hält die Tiere aufmerksam und aktiv sowie physisch und geistig fit.

Heute wurden die Luchse gefüttert. Ein Huhn wurde so in der Anlage aufgehängt, dass die Tiere sich ihr Futter erst verdienen mussten. Vorerst schienen die Luchse nicht besonders hungrig. Einer zeigte sich kurz beim Besucherbereich, verschwand jedoch bald wieder. Nette Gespräche mit anderen Besuchern des Parks machten die Wartezeit (und die bittere Kälte) erträglich, denn wie so oft brauchte es nur ein wenig Geduld: Etwa eine halbe Stunde später konnten wir beobachten, wie sich ein Luchs die Mühe machte, das Huhn zu ergattern und zu zerlegen. Ein eindrückliches und unterhaltsames Schauspiel!

 

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